„Jesus Christus spricht: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“
Markus 16, 15
Welch einen Kontrast - wie das Motto von ProChrist „Zweifeln und Staunen“ - enthalten doch die Verse, die unseren Monatsspruch umgeben! Lest selbst! Hier die Abfolge in Stichworten:
Aber als diese (die Jünger) hörten, dass er lebe … glaubten sie nicht.
(Markus 16,11)
Und sie gingen hin … aber auch denen glaubten sie nicht. (Markus 16,13)
Und Jesus schalt ihren Unglauben . . . (Markus 16,14)
Und er sagte zu ihnen: Geht hinaus in alle Welt . . . (Markus 16,15)
Wer da glaubt, . . . wird gerettet . . . (Markus 16,16)
Die Menschen, die Jesus in den letzten Jahren am nächsten standen, glaubten nicht, obwohl Jesus Ihnen immer wieder erklärt hatte, welchen Auftrag er auf dieser Erde zu erfüllen hatte. In Vers 14 schalt er ihren Unglauben und schon im nächsten Vers folgt der unvergleichliche Auftrag. Welch ein Kontrast!
Gerade noch tiefster Zweifel, Unglaube, wie so oft gehabt, von Jesu Geburt an (Josef) bis zu seinem Tod (Jünger). Und dann auf einmal: Geht hin!
Das heißt noch nicht einmal: Bleibt auf euren Matten liegen und wartet, bis Interessierte kommen. Nein, nach Jesu Gardinenpredigt sollen sie nicht nur glauben, was geschehen ist, sondern Jesus sagt zu ihnen ganz nachdrücklich (befiehlt): Sie sollen selbst auf die Menschen zugehen und das, was sie gerade noch bezweifelt haben, den Menschen verkünden.
Sie gingen sofort los, Petrus nach Antiochia und Johannes nach Samaria.
So schnell würde es bei mir nicht gehen. Gerade noch in einer Welt, in der nicht mehr geglaubt wird (intellektuell und interreligiös) und selbst dadurch vom Zweifel angefressen.
Doch bei den Jüngern geschieht das Wunder. Der geschenkte Glaube an den auferstandenen Jesus bringt die Wende. Die Jünger ziehen los und und verkünden die Frohe Botschaft so nachhaltig, dass heute Millionen von Menschen glauben können.
Jesus weiß genau, was der Glaube an ihn und seine Auferstehung an Belastungen aushalten muss. Vertrauen wagen in Gegenwart von Sorgen, die über das gesamte Spektrum unseres Daseins, unseres Geschöpfseins reichen. Von der Wiege bis zur Bahre Formulare, Formulare. Durch dieses Sorgen hindurch Glauben wagen zu den Menschen hin.
So wie Jesus sich aus seiner himmlischen Heimat aufmachte in die unbequeme Schöpfung hin zu uns Menschen (Phil. 2, 6-7), so sollen wir uns aufmachen aus unseren gemütlichen Gemeinden in die unbequeme Welt der Politik, in die komplizierte Welt der Wirtschaft, in die uneindeutige Welt der intellektuellen und interreligiösen Begegnungen.
So sollen wir heute Glauben wagen - mit dem Wort aus der Bibel im Hinterkopf „Dennoch bleibe ich stets an dir!“ (Psalm 73,23-26) - und uns wie Jesus aufmachen in die Welt, um mit Worten und mit Taten zu lieben. Wir sollen öffentlich Zeugnis ablegen von dieser Liebe Gottes, die in Jesus Mensch geworden ist.
Götz Wachs