31. Januar 2004
Festlich gekleidete Menschen, Kerzenlicht, ein Empfang mit Cocktails, leise Musik, schön dekorierte Tische, wohlschmeckende Speisen, eine feierliche Stimmung - so hat wohl jeder, der am 31. Januar 2004 abends in unseren Gemeinderäumen war, das groß angekündigte "Candlelight-Dinner" erlebt.
Wer zu diesem Fest kam, hatte auch etwas mitgebracht, ein Geschenk für unsere Gemeinde. Auf unserem "Gabentisch" türmten sich die Pakete. Lediglich der Inhalt schien auf den ersten Blick nicht ganz so zum Ambiente zu passen: Ohne zu wissen, von wem was kam, wurden nach und nach die Geschenke ausgepackt, und zum Vorschein kamen: "Dextro Energy", Hustenbonbons, eine Wärmflasche, ein Heizgerät, ein Telefon, ein Engel, sogar ein Abflussrohr, Kleber, ein Legohaus, ein Schiff, Buntstifte, zwei Paar Schuhe, Steine, ein Spiel, eine Muschel, viele viele Herzen, Kerzen und Salz, eine Fischdose, eine Sonnenbrille, ein Stadtplan, ein Wecker, ein Stück Kohle und vieles mehr.
Wie gut, dass die Schenker nicht anonym blieben, und so konnten wir erfahren, was sich hinter diesen ungewöhnlichen Geschenken verbarg. Vielleicht kann man die Wünsche so zusammenfassen: Wir wünschen uns eine intensive und gute Beziehung zu Gott. Wir möchten uns untereinander schätzen, achten und unterstützen und wir wollen als Gemeinde nicht nur offen sein für Menschen, die im Moment noch nicht zu uns kommen, sondern ganz bewusst und aktiv in Hanau Menschen mit Jesu bekannt machen.
Am nächsten Sonntag hatten wir in fast dem gleichen Ambiente einen etwas anderen Gottesdienst. Dieser startet mit Kaffee an den noch immer gestellten Tischen und fand seinen Höhepunkt im gemeinsam gefeierten Abendmahl. In diesem Gottesdienst wurden die guten Wünsche des Vorabends noch einmal aufgenommen.
Von den bunt verpackten Geschenken waren vor allem die einfachen Kartons übrig geblieben, genau das Richtige für den symbolischen Bau eines Hauses. Denn gemeinsam sind wir Gottes Tempel, Gottes Haus, und jeder von uns ist ein lebendiger Stein in diesem Bau. Jeder ist herausgefordert, sich in diesen Bau einzubringen. Die Wünsche vom Vorabend fordern uns heraus, mit anzupacken. Neben dem Feiern steht das Arbeiten, das gemeinsame Bauen am Haus Gottes.
So wurden wir mit dem Candlelight-Dinner nicht nur mit einem schönen, festlichen Abend beschenkt, sondern auch herausgefordert als Gemeinde. Wir sind in unserer Kreativität und Hingabe gefragt, um Räume zu schaffen, in denen wir vielleicht noch intensiver als bisher Gott begegnen, einander begegnen und Menschen für Jesus gewinnen.
Silke Sommerkamp
