Baptisten-Gemeinde Hanau

Gemeindefreizeit 2002

Wie man auch bei Regen gemeinsam seinen Spaß haben kann

Regen hatten wir ja nun wirklich genug an diesem Wochenende - im Regen kamen wir am Freitag Abend an, und bis zum Sonntag hörte es kaum einmal damit auf. Und das im Mai! Dass man trotzdem keine Trübsal blasen muss, sondern ein schönes Wochenende miteinander verleben kann, erlebten wir in diesen Tagen.

 

Am Freitag Abend wurden die Gruppen gebildet, die weiter miteinander ins Gespräch kommen sollten. Ums Reisen und um ferne Länder sollte es gehen. Und im Mittelpunkt der Bibelarbeiten sollte jemand stehen, der zu seiner Zeit viel von der Welt gesehen hatte, nämlich Paulus.

 

Am Samstag Morgen ging es dann mit dem Thema richtig los. Anhand von Fragen kamen wir ins Nachdenken und ins Gespräch darüber, wie Paulus eigentlich war. Vor und nach seiner Bekehrung. Bibelstellen halfen uns dabei, uns ein Bild von diesem Mann zu machen. Mancher machte dabei ganz neue Entdeckungen, z.B. "Ach, Paulus konnte ja doch ganz gut mit weiblichen Mitarbeiterinnen umgehen, das hätte ich gar nicht gedacht!" Und natürlich ging es auch darum, die eine oder andere Entdeckung auf uns selbst und unser Leben zu übertragen.

 

Nachmittags gab es verschiedene Möglichkeiten, etwas gemeinsam zu unternehmen: einen Regenspaziergang, Schwimmen, Jonglieren, Spielen und/oder im Radio das Spiel der Bundesliga anhören. Nur das Fußball- oder Minigolfspiel fielen leider ins Wasser.

 

Und dann stand der "Bunte Abend" auf dem Programm - auch zum Thema der Freizeit. An Einfällen fehlte es nicht: "Reise nach Jerusalem", alte Fahrtenlieder, ein Cowboytanz, ein Chinesenlauf, eine Erzählung über eine Israelreise, Quizspiele und Sketche. Es ging sehr lustig und abwechslungsreich dabei zu, und der Stoff hätte noch für eine weitere Freizeit gereicht.

 

Der Gottesdienst am Sonntag wurde von den Gruppen gestaltet, die ihre Ergebnisse ein brachten - in Form von selbstverfassten Briefen an oder von Paulus, Lesungen und Dialogen.

 

Es tat uns allen leid, als wir dann nach dem Mittagessen die Freizeit beenden und nach Hause aufbrechen mussten.

 

Besonders wichtig waren mir die Gespräche mit einander, beim Essen, abends in der Bar, oder einfach mal zwischendurch. Auf Freizeiten lernt man einander eben doch anders kennen als nur Sonntags im Gottesdienst! Und mich hat auch gefreut, dass so viele Kinder mit dabei waren und sich wohl gefühlt haben.

 

Gerlinde Kortenhoeven

Saulus-Paulus: Wer ist er?

Die folgenden Texte sind auf unserer letzten Gemeindefreizeit in Dorfweil als Ergebnisse von Gruppenarbeiten entstanden und wurden am Sonntag im Gottesdienst vorgetragen:

 

Paulus, pro und contra (ein Dialog!):

 

  • Hallo! Hast du schon gehört? Paulus steht jetzt im Guinness-Buch der Rekorde unter der Rubrik: Längste Missionsreise. Eigentlich müsste er ja auch unter der Rubrik frauenfeindlichster Apostel stehen.
  • Nein! So kannst du das nicht sagen, lies mal Römer 16! Da grüßt er namentlich viele Schwestern, die ihm geholfen haben.
  • Na ja, der hatte es ja auch nie schwer. Nie war er alleine unterwegs und hatte massenhaft Unterstützung durch seine Heimatgemeinde.
  • Ha! Dass ich nicht lache! Immer wieder hat er nebenbei als Zeltmacher gearbeitet, um ja niemandem zur Last zu fallen. Dann hat er immer wieder Geld nach Jerusalem gesandt und zum Dank hatte er ständig Ärger mit den anderen Aposteln.
  • Na das konnte der ertragen. Der ging doch über Leichen, war unsensibel und ganz schön selbstbewusst.
  • Lies mal richtig! Dann erkennst du gleich, wie sensibel er war, ja geradezu weich und feinfühlig.
  • Ach was, er war stolz und unbeirrbar.
  • Niemals, so krank wie der war.
  • Krank? Ausgepeitscht wurde er, gesteinigt, im Gefängnis hat er gesessen, irrsinnig lange Reisen hat er unternommen, zu Fuß, durch die Wüste, fast verhungert und verdurstet ist er, Schiffbruch hat er erlitten, er wurde verraten und verkauft! Das geht nur, wenn man gesund ist.
  • Siehste! Und da wundert es dich, wenn er krank war? Mir sagt das nur, dass er mutig und stark war.
  • Von wegen! Schiss hat er gehabt! Jeder Auseinandersetzung ist er ausgewichen.
  • Das hast du falsch gelesen. Er hat sich nie gedrückt.
  • Jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich von ihm halten soll. Mal ist er so, mal ist er so.
  • Ja, ja. wer ist schon nur einseitig? Wir werden es sehen.

 

Lieber Paulus,

auf einer Wochenendfreizeit haben wir uns mit deinem Leben beschäftigt.

 

Uns würde interessieren, wie du mit deiner Vergangenheit, mit deinem früheren Leben vor deiner Bekehrung klarkommst. Hast du da noch Schuldgefühle? Setzt du dich etwa deshalb so für Jesus ein, um etwas gutzumachen? Wir denken eigentlich, dass du aus der Vergebung lebst, aber vielleicht kommen die alten Dinge in schwachen Stunden wieder hoch.

 

Was uns fasziniert ist, wie du dich hast umformen lassen. Dein Charakter ist der gleiche geblieben, aber trotzdem warst du ganz anders. Deinen Mut und deine Konsequenz z.B. hast du behalten, aber du liebst jetzt die Menschen und kannst auch weinen. Du hast auch Anfechtungen und Zweifel gekannt, aber du hast weitergemacht und hast damit auch einer Kraftquelle gelebt, die von Gott kommt.

 

Was wir von dir lernen möchten, ist, in der Freiheit eines Christen zu leben so wie du. Alles ist erlaubt, aber die Liebe ist der Maßstab. Es kommt nicht auf Pflichterfüllung an, sondern darauf, bei Gott zu bleiben.

 

Manchmal wünschen wir uns so einen wie dich, der die Übersicht hat, was in der jetzigen Situation von Bedeutung ist. Und der uns so ermuntert und liebevoll korrigiert wie du früher die Gemeinden. Aus deinen Briefen können wir noch heute lernen. Deshalb vielen Dank für deine Mühe.

 

Viele Grüße aus Dorfweil

 

Paulus an die EFG Hanau - z.Zt. in Dorfweil:

Gnade und Friede sei mit euch, meine geliebten Schwestern und Brüder in unserem Herrn Jesus Christus.

 

Da ihr euch nun in Dorfweil so intensiv mit meinem Lebensweg beschäftigt habt, will ich euch ermutigen, weiter treu zur Gemeinde zu stehen. Ihr seid eine lebendige Gemeinde und Gott hat euch mit vielen Gaben gesegnet.

 

Ihr habt an meinem Leben gesehen, wie Gott mich in seinen Dienst berufen hat und diesen Dienst gesegnet hat. Ich möchte euch mit Nachdruck ermahnen, eurer Berufung als Einzelne und Gemeinde gerecht zu werden in Einheit und Liebe. Gott wird euren Dienst bestätigen, wenn ihr standhaft bleibt. Er hat euch jetzt schon reich gesegnet. Freut euch aneinander und an den vielen Kindern, die auch eine besondere Verheißung an euch sind.

 

Ich grüße euch mit der Gnade und Liebe unseres Herrn Jesus Christus.

 

Euer Bruder Paulus.

 

Gespräch zwischen Saulus (vor) und Paulus (nach seiner Bekehrung):

S.: Ich bin Saulus, und wer bist du?

 

P.: Ich bin Paulus und im Dienst unseres Herrn zu den Heiden unterwegs. Mir erschien der Jesus, den du verfolgst und hat mich persönlich angesprochen. Mein Leben hat sich durch die Berufung meines Herrn vollkommen geändert. Alles, was mir wichtig war, woran ich geglaubt habe, ist in Frage gestellt worden.

 

S.: Ich lasse nicht zu, dass unser jüdischer Glaube von euch Sektierern angegriffen und zersetzt wird. Ihr seid eine Gefahr für uns. Und ich werde mit aller Macht diese zu verhindern wissen.

 

P.: Der Herr selbst hat mir gezeigt, dass ihm die Menschen wichtiger sind als alle Regeln oder Vorschriften, die wir als Gesetzeshüter den Menschen aufgedrängt haben.

 

S.: Aber Mose brachte uns Juden doch das heilige Gesetz von Gott und an diesem werde ich festhalten.

 

P.: Aber wo bleibt der Mensch! Wir als Menschen können das Gesetz nicht erfüllen. Darum ist Christus für uns gestorben und schenkt uns dadurch eine große Freiheit in unserem Herrn.

Baptisten-Gemeinde Hanau im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden - Christus erfahren. Leben entdecken. Menschen begegnen.