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Was tot war, kann lebendig werden

Was tot war, kann lebendig werden

Monatsspruch für November:
„Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“

Hesekiel. 37, 27

Mein erster Impuls: Das wäre super. Gott als Nachbar nebenan. Ich könnte mal eben auf ein Stück Kuchen rüber kommen und meine Fragen loswerden. Ich könnte sehen, wie Gott seinen Alltag meistert: Wäsche, Garten, Arbeit, Familie, ehrenamtliche Mitarbeit …

Stopp:  Man darf Verse nicht aus dem Zusammenhang reißen! Also rein in das Kapitel 37 beim Propheten Hesekiel. Der Mann hat Visionen. Einen direkten Draht zu Gott. Beneidenswert so eine direkte Kommunikation! Punktuell habe ich das auch in meinem Alltag erlebt.

Hesekiel sieht in der Vision ein Tal voller toter Menschenknochen. Ein Bild das mich in frühester Kindheit in meiner Kinderbibel schon faszinierte. Schauderhaft! Was hat so etwas in der Bibel verloren?

Gott fragt Hesekiel, ob diese Gebeine je wieder lebendig werden können. Hesekiel hat darauf keine Antwort.

Ich schreibe dieses Vorwort am 2. September. Mitten im Hanauer Bürgerfest. Der Freitagabend ist vorbei. Der Besuch im Zelt – verhalten. An meiner Station „Foto Porträt“ innerhalb von 4 Stunden nur eine Handvoll Menschen, die sich fotografieren lassen. Gespräche über den Glauben: null.

Seit Jahren bete ich für meine Nachbarn. Mein Freunde im Sportverein. Spreche zahlreiche Einladungen zu Gemeindeveranstaltungen aus. Und ich habe das Gefühl, dass daraus nichts passiert. Niemand kommt. Traue ich Gott zu, diesen Menschen seinen Lebenssinn einzuhauchen?

Jetzt kommt es noch dicker: Gott fordert Hesekiel auf, zu diesen toten Knochen zu predigen und ihnen zu sagen, dass Gott den Gerippen wieder Lebensgeist einhauchen will. Wie soll ein toter Knochen hören und verstehen? Wie kann ein Herz erreicht werden? Aber in Vers 9 fordert Gott Hesekiel auf: „Du Mensch, ruf den Lebensgeist und befiehl ihm in meinem Namen: Komm, Lebensgeist, aus den vier Himmelsrichtungen und hauche diese toten Menschen an, damit sie wieder zum Leben erwachen!“

Verrückt! Der allmächtige Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, der jeden einzelnen Menschen kennt und liebt, will meine Mitarbeit. Er wirkt nicht ohne mich. Der Verstand streikt und kann das nicht begreifen. Gott fordert mein Vertrauen.

Aber als Hesekiel anfängt, zu den Toten zu sprechen, geschieht es: An den Knochen wachsen Muskeln. Der Lebensgeist kehrt zurück. Die Menschen stehen auf und leben Gottes Bestimmung nach. Und Gott verheißt, dass diese Beziehung nichts mehr unterbrechen kann. Er selbst wird bei den Menschen wohnen.

Gott schließt einen ewigen Bund mit den Menschen. Gott opfert sich in Jesus für unser Scheitern in Beziehungen, das Chaos im Alltag.

P.S.: Ihr kennt mich als Schaffer und Macher. Ich arbeite nach ToDo-Listen und freue mich, wenn ich Dinge abhaken kann. Natürlich steht jeden Tag viel zu viel darauf. Und am Ende bleibt das Gefühl, nicht genug geleistet zu haben. Je länger ich im Glauben stehe, desto mehr merke ich: Es kommt nicht auf meine Leistung oder Arbeit an. Bei Gott zählt das Sein in seiner Gegenwart. Glaube ist keine Leistung, sondernBeziehung.

Markus Grutzeck