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Gebrauchsanleitung für die Liebe

Gebrauchsanleitung für die Liebe

Monatsspruch für Juli:
„Ich bete darum, dass eure Liebe
immer noch reicher werde an
Erkenntnis und aller Erfahrung.“

Philipper 1.9

Paulus hat ein sehr herzliches Verhältnis zur Gemeinde in Philippi. Das findet man in vielen Versen des ersten Kapitels:
Vers 3: Jedes Mal, wenn er an die Gemeinde denkt, dankt er Gott von Herzen für sie.
Vers 4: Er betet mit großer Freude für die Gemeinde.
Vers 7: Er hat die Gemeinde ins Herz geschlossen.

Aus dieser Grundhaltung und Einstellung zur Gemeinde in Philippi schreibt Paulus seinen Brief. Und diese Haltung der Freude, Dankbarkeit und Ermutigung zieht sich durch alle Kapitel hindurch. Jede Lehre, Ermahnung oder Empfehlung geschieht aus der Haltung:
„Ich bin überzeugt, dass der, der etwas so Gutes in eurem Leben angefangen hat, dieses Werk auch weiterführen wird …“ (Vers 6a)

Zwei Ziele sieht Paulus für die einzelnen Christen und für die Gemeinde (s. Vers 10)
- Ein sicheres Urteil in allen Fragen des alltäglichen Lebens.
- Das zu tun, was gut und richtig ist. (Ein reines und untadeliges Leben führen.)

Manchmal – oder auch öfters – denken wir: Wie schön, wenn das so einfach wäre. So oft finden wir in Entscheidungen erst spät ein sicheres Urteil. So oft erscheint uns unser Leben gar nicht „untadelig“ zu sein.

Ein Ziel ist allerdings nicht der Ausgangspunkt, sondern der Endpunkt einer Entwicklung. Geistliches Leben geschieht genauso wie das natürliche Leben in einem Wachstumsprozess. Wachstum braucht Zeit.

Es läge nahe, jetzt an die Geduld zu appellieren. Aber Paulus weist einen anderen Weg: Wenn unsere Liebe wächst, erleben wir auch Wachstum in unserem Leben als Christ. Die Liebe, so wie sie als Wesenszug Gottes in der Bibel beschrieben wird, hat so viele Aspekte wie ein Baum Zweige hat. Man kann sie nicht mit zwei oder drei Begriffen greifbar machen.

In dem Monatsvers für Juli weist Paulus auf zwei wichtige Aspekte der Liebe hin: Erkenntnis und Erfahrung (oder Einfühlungsvermögen)

Dass die Liebe unsere Wesenszüge und unseren Alltag immer mehr prägt, hängt wohl damit zusammen, wie gut wir Gott kennenlernen und wie dieses Wissen im Leben zur Erfahrung wird. Mir scheint, dass hier die rationale Seite (Erkenntnis) und die emotionale Seite (Einfühlungsvermögen, Erfahrung) Hand in Hand gehen.

Es ist also gut und wichtig, wenn wir uns gut in der Bibel auskennen und immer mehr (von) Gott entdecken. Und es ist gut und wichtig, dies in Bezug zu unserem Leben zu stellen und mit anderen Christen Erfahrungen zu teilen. Lernen im Glauben und reden über den Glauben sind demnach Wege, wie die Liebe wachsen kann und wie sich unser Leben verändert.

Es gibt viele Möglichkeiten, Gott in der Bibel besser kennenzulernen. Welcher Weg entspricht mir, ermöglicht mir einen verständlichen Zugang?

Es gibt viele Möglichkeiten, Erfahrungen im Glauben auszutauschen. Welcher Weg entspricht mir, erleichtert mir das Hören und das Reden?

Martin Wunderlich