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Das aufgehende Licht aus der Höhe

Das aufgehende Licht aus der Höhe

Monatsspruch für Dezember:
„Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Lukas 1, 78-79

Der Priester Zacharias hat allen Grund, sich zu freuen: Sein Sohn Johannes ist geboren! Nach jahrzehntelangem Warten und nachdem er schon alle Hoffung aufgegeben hatte, ist er doch noch Vater geworden. Als der Engel es ihm vorhergesagt hat, wollte er es zuerst selbst nicht glauben, dass seine Frau noch schwanger werden könnte. Und er hat deshalb die Sprache verloren. Neun Monate lang konnte er sich nur durch Zeichen verständigen. Jetzt ist das Baby da - und seine Stimme ist zurückgekommen.

Im Lukas-Evangelium ist sein Loblied zitiert; zwei Verse davon bilden unseren Monatsspruch. Was ich erstaunlich finde: Zacharias dankt nicht zuerst für seinen eigenen Sohn und auch nicht für die wiedererlangte Sprache, sondern er blickt schon weiter. Erfüllt vom Heiligen Geist spricht er von dem, was noch kommen wird und wovon sein Sohn Johannes später der Vorbote sein soll.

Ganz bald wird noch ein anderes Kind zur Welt kommen, ein ganz besonderes Kind. In diesem Kind - in Jesus - wird Gott seinem Volk zeigen, dass er es nicht vergessen hat, sondern dass er ihm ganz nah kommt. Gottes Barmherzigkeit wird greifbar. „Das aufgehende Licht aus der Höhe“ nennt Zacharias
ihn. Durch ihn wird alles anders werden, neue Hoffnung kommt in die Welt.

Zacharias knüpft in seinem Lied an die Worte der Propheten an, die vor ihm waren, und an die Zeiten und Geschichten der Väter. Schon seit damals war verheißen: Es wird einer kommen, der das Volk erretten wird. Einer, der Vergebung der Sünden schenkt und Gottes Heil erkennbar macht.

Und nun ist die Erfüllung dieser Verheißung ganz nah gekommen. Mit seinem Sohn Johannes hält Zacharias den letzten Propheten im Arm, dessen Auftrag es sein wird, die Menschen auf den Retter vorzubereiten. Und dann wird er den Stab an Jesus abgeben und gehen.

Im Monatsspruch wird gesagt, dass Jesus besonders denen erscheinen wird, die in „Finsternis und Schatten des Todes“ sitzen. Also denen, die leiden und in denen alles finster und traurig ist. Die Angst haben und vor einem Abgrund stehen. Nach dem Licht sehnt sich der am meisten, der unter der Dunkelheit leidet. Jesus kommt für Menschen, die Sehnsucht nach ihm haben.

Durch Jesus, den Retter. will Gott unsere Füße „auf den Weg des Friedens“ leiten. Wer ihn in sein Leben aufnimmt, in dem breitet sich Frieden aus. Und er wird dazu fähig, auch mit anderen im Frieden zu leben. So wie es die Engel in Bethlehem gesungen haben: „Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lk. 2, 14)

All das sieht Zacharias schon voraus, und darum kann er loben und preisen.

Wir heute wissen, dass, dass Jesus gekommen ist. Nicht nur damals in Bethlehem, sondern auch hinein in unser Leben. Weil wir diese Erfahrung gemacht haben und diesem gemeinsamen Herrn vertrauen, darum sind wir Gemeinde.

Lob und Dank darüber kann man nicht befehlen. Aber ich meine, wenn wir uns - so wie damals Zacharias - vom Heiligen Geist die Augen dafür öffnen lassen, wie groß die Güte Gottes ist, die sich uns in der Geburt seines Sohnes zeigt, dann werden wir mitgerissen. Dann können wir nicht still bleiben, sondern singen mit. In unseren Herzen und gemeinsam in der Gemeinde.

Ich wünsche euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Gerlinde Kortenhoeven